
Wie ein Verbindungselemente-Hersteller der Würth-Gruppe in sechs Monaten 600 Mitarbeitende an KI herangeführt hat — und am Ende Anwendungsfälle baute, für die er uns nicht mehr brauchte.
ARNOLD stand nicht am Anfang. Copilot und Power Automate waren im Haus, es gab je rund 15 Key-User, Digitalisierung ist seit über fünf Jahren eine der strategischen Stoßrichtungen. Das Problem lag woanders.
Wir haben die Tools, wir haben sie zur Verfügung, wir können sie nutzen — und unsere Mitarbeitenden wissen aber gar nicht so, wie genau und was genau sie machen wollen. Johanna Flügel · Digital Transformation Officer
Zwei Kräfte zogen gegeneinander. Einzelne preschten vor und bauten sich eigene Lösungen. Die Breite blieb stehen. Genau daraus entsteht das Muster, das jede lernende Organisation verhindert: singuläre, zufällige Entwicklungen statt gemeinsamer Infrastruktur.
Dazu ein struktureller Rahmen, den kein Berater wegdiskutiert: ARNOLD sitzt auf einem Microsoft-Tenant, den sich rund 400 Gesellschaften der Würth-Gruppe teilen. Kein eigenes Admin-Center, keine Freigabehoheit für Drittsoftware, kein eigenes Software-Entwicklungsteam.
Am Ende muss es ja auch weitergehen, wenn ihr weg seid. Da begeistert uns schon, dass es fast schon Montessori ist: Hilf es mir, selbst zu tun. Frank Guse · Senior Director HR & Organization
Das ist kein Nebensatz, sondern die Abnahmebedingung. Ein Programm, das den Kunden abhängig macht, hätte bei ARNOLD als gescheitert gegolten — auch wenn jede Zahl gestimmt hätte.
Verbindungselemente für die Mobilität, aus Schrauben sind hochkomplexe Bauteile geworden. Über drei Milliarden Stück im Jahr, Werke in Deutschland, China und den USA. Teil der Würth-Gruppe.
Rund 600 Mitarbeitende mit digitalem Arbeitsplatz — eigener Rechner oder eigene E-Mail-Adresse. Nicht die Gesamtbelegschaft, nicht ein Pilotkreis.
Der häufigste Fehler in KI-Programmen ist Ideensammlung ohne Trichter. Man endet mit 80 Vorschlägen, von denen keiner produktiv wird. Deshalb wurde bei ARNOLD von Anfang an gefiltert — und der Zufluss irgendwann bewusst gestoppt.
Wir hatten die Option zu sagen, wir machen mit einem Schulungspartner einzelne Workshops. Ein ganz klarer Unterschied ist die Langfristigkeit — es ist jetzt nicht nur mal für zwei, drei, vier Termine, sondern eine umfassende Unterstützung. Und es geht auch um ein Mengenproblem: 600 Mitarbeitende. Das hätten wir schlichtweg aus eigener Kraft nicht stemmen können. Johanna Flügel
Aus 35 erfassten Vorhaben sind 14 produktiv gegangen. Entscheidend ist nicht diese Zahl, sondern die dahinter: Für 12 der 14 hat ARNOLD selbst den Nutzen gegengezeichnet — zuletzt am 6. August 2026. Nicht unsere Schätzung, ihre.
| Produktive Anwendung | Std./Monat |
|---|---|
| WZ-Überarbeitungstabelle — Bestellungen aus SAP lesen, E-Mail erzeugen | 43,3 |
| SAP T.O.B.I. — Technical Optimized BOM Interface | 26,0 |
| KRL-Agent | 21,7 |
| Verknüpfungsrakete — automatischer Zeichnungsverknüpfer in SAP | 21,7 |
| FleetBot — Fuhrpark-Assistent | 13,0 |
| ProjectBuddy · Zeugniserstellung · Entgeltabrechnungskontrolle | 23,9 |
| Vier weitere HR-Assistenten (Einkommensregelungen, Ticket-Anlage, Business Requirements, Gesprächsdoku) | 10,9 |
| Summe der kundenbestätigten Anwendungen | 161 |
Zwei weitere produktive Anwendungen (SharePoint-Migrationen für Auditmaßnahmen und Investitionsmanagement) sind intern erfasst, aber noch nicht kundenseitig gegengezeichnet — sie stehen in der Summe oben bewusst nicht drin.
Mein Mitarbeiter hat sich eingearbeitet und hat das mit dem Helpdesk-Agent zu 99 Prozent selber gelöst. Was wieder zeigt, dass es nicht an der Fachlichkeit scheitert, sondern eher an dem Thema: hey, will ich. Jonas Schönbein · IT · 27.07.2026
Eine Fallstudie ohne Reibung ist Werbung. Diese drei Punkte haben in sechs Monaten am meisten Zeit gekostet — und sie treffen jedes Unternehmen mit ähnlicher Struktur.
Dafür, dass wir im März gestartet haben, ist es mir am Anfang ein bisschen zu langsam gegangen.Johanna Flügel · April 2026
Zwischen Kickoff und ersten produktiven Anwendungen lagen Wochen, in denen vor allem Voraussetzungen geklärt wurden. Wir haben daraus gelernt und ziehen die technische Klärung heute vor den Kickoff, nicht danach.
Das sind so drei, vier, die wirklich immer aktiv sind. Und ich weiß nicht, wie ich die anderen Leute noch aktivieren soll.Johanna Flügel · Juni 2026
Wer auf KI-Scouts setzt, bekommt eine ungleiche Verteilung: Ein Teil trägt, ein Teil zieht mit, ein Teil bleibt stehen. Das ist kein Programmfehler, sondern der Normalfall — und genau der Grund, warum es mehr als eine Handvoll Scouts braucht.
Vier Vorhaben blieben stecken, keines davon am Modell:
Die Freigabekette gehört in die Planung, nicht in die Risikoliste. Wer sie erst entdeckt, wenn ein Anwendungsfall fertig ist, verliert Wochen — und zwar bei jedem einzelnen. Der teuerste Fehler in diesem Programm war, Zugangshürden beim Aufprall zu entdecken statt am Start gebündelt zu klären.
Diese Fallstudie beschreibt ein Unternehmen im Konzernverbund. Der Grund, warum sie Ihnen vermutlich bekannt vorkommt, liegt aber woanders: Die Ausgangslage ist fast überall dieselbe — unabhängig von Größe, Branche und IT-Reife.








Die aufschlussreichste Rückmeldung des ganzen Programms klang zunächst wie Kritik. Sie kam nach dem Hackathon im Juli.
Aus verschiedenen Teilnehmer-Ecken kamen die Rückmeldungen hinterher: technisch waren die Tipps nicht mehr so hilfreich, das hätten wir alles alleine hingekriegt. Wo ich erst gedacht habe: naja, war das nicht gut? Und dann habe ich gedacht — umgekehrt eigentlich. Die Mitarbeiter haben jetzt ein Level erreicht, wo sie sagen: das könnte ich jetzt auch alles alleine. Und genau das ist ja eigentlich der Punkt, den wir erreichen wollten. Das fand ich cool. Johanna Flügel · Digital Transformation Officer
Ein Enablement-Programm ist dann erfolgreich, wenn der Kunde den Berater nicht mehr braucht. Das ist unbequem für jeden Dienstleister, der auf Verlängerung hofft — und es ist die einzige Definition, die ARNOLD von Anfang an akzeptiert hätte.
Da stand nicht der typische Berater vorne, der seine Folien runterrasselt und das Blaue vom Himmel erzählt. Der hatte ein paar Folien, die er nutzt oder auch nicht, und viel Zeit zuzuhören — so unverkrampft, wie wenn man ihn in der Kaffeeküche treffen würde. Es war gar kein Berater-Kunde-Verhältnis, sondern: da kommt einer und der geht mit uns ein Stück Weg. Sehr nahbar, sehr authentisch. In dem Moment dachte ich: ihr passt sehr gut zu uns. Frank Guse · Senior Director HR & Organization
„Ich wüsste keine Alternative."
— Johanna Flügel
„Mittelgroße Unternehmen, die eine eigene IT
haben und intern kurze Wege. Es gibt keine Personalabteilung, die Ressourcen vorhält, um
600 Mitarbeiter mit KI in Verbindung zu bringen."
— Johanna Flügel

Was Sie auf den letzten Seiten gelesen haben, ist Stufe eins: Menschen befähigen, Anwendungsfälle produktiv bekommen, Nutzen belegen. ARNOLD hat sie in sechs Monaten genommen. Für die meisten Unternehmen ist genau dort die Grenze — und zwar aus einem strukturellen Grund.
14 produktive Anwendungen sind 101.112 € im Jahr. Das ist viel, und es ist trotzdem ein Effizienzgewinn. Es verändert, wie schnell in einem Haus gearbeitet wird. Es verändert nicht, wie in einem Haus entschieden wird. Der Sprung von Effizienz zu Steuerung ist die eigentliche Frage — und er passiert nicht durch mehr Anwendungsfälle.
Ein Anwendungsfall nimmt einer Abteilung Arbeit ab. Ein KI-Betriebssystem gibt der Geschäftsführung eine Antwort, die sie vorher nicht hatte — auf Basis der eigenen Zahlen, jeden Tag neu, ohne dass jemand sie zusammensucht.
Genau das bauen wir heute bei den Häusern, die diese Stufe genommen haben: ein Wertstrom-Cockpit, das einen Margenverfall bis auf das einzelne Produkt zurückrechnet. Ein Marktradar, das Wettbewerbspreise und Aktionen über Jahre mitschreibt. Ein Rechtsmonitoring, das aus hundert Meldungen die zwanzig herausfiltert, die das eigene Sortiment wirklich betreffen. Alles auf den Daten des Kunden, alles in seiner Hand.
Der Maßstab dafür ist ein anderer. Nicht mehr Stunden mal Stundensatz, sondern die Frage: Welche Entscheidung wäre anders ausgefallen, wenn Sie das früher gewusst hätten?

Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Ausgangslage an und sagen Ihnen ehrlich, was realistisch geht, was nicht — und ob sich der Aufwand für Sie überhaupt lohnt. Kein Foliensatz, keine Präsentation. Wenn es nicht passt, sagen wir das im Termin.
Alle Zahlen dieser Fallstudie stammen aus dem Nutzen-Register des Programms (Abfrage 25.08.2026); die als kundenbestätigt ausgewiesenen Einträge wurden von ARNOLD gegengezeichnet. Alle Zitate sind wörtlich aus aufgezeichneten Terminen und dem Abschlussinterview vom 21.07.2026.